Diffusionsoffener Wandaufbau - Keine Folie

Wenn Sie zum Skifahren gehen und mit der Gondel nach oben gebracht werden, sehen sie die uralten Holzhütten, die schon seit über 100 Jahren für Bergsteiger in einem sehr rauhen Klima für Wärme sorgen. Diese Gebäude wurden damals als diffusionsoffener Wandaufbau gebaut, da es keine wie heute üblichen Dampfsperrfolien gab. Bei Beheizung fällt zwar Tauwasser an, dies kann jedoch im Holz gespeichert und wieder an die Luft abgegeben werden. Der entscheidende Vorteil liegt in dem Eigenschaft "an die Luft abgeben".

Viele Neubauten in Leichtbauweise wurden kurz nach Fertigstellung mit dem Blower-Door-Messverfahren kontrolliert und als dicht verkauft. Ein Test nach zwei bis drei Jahren brachte jedoch das an den Tag, was von Fachleuten erwartet wurde. Die mit Kunststoffolien abgedichteten Anschlüsse, hatten aufgrund der geringen Altersbeständigkeit, keinen Halt mehr oder waren mangelhaft mit dem Untergrund verbunden. Die dabei enstandenen Leckagen transportierten warme, feuchte Raumluft nach außen, die dort kondensierte.

Da PE-Folien einen sehr hohen Dichtigkeitswert haben und die Dämmstoffe in genannten Fall mineralisch waren, entstand an diesen Stellen mehr Tauwasser, als verdunsten konnte. Die Folge war, dass Holzteile feucht wurden und zu quellen begannen. Die Dämmung, die bereits nach 1,5% Wasserzugabe gesättigt ist, hatte einen immer schlechter werdenden U-Wert und der Teufelskreis ging immer schneller in Richtung Bauschaden. Da die Außenwände mit Kunstharzputzen versehen waren, hatte die in der Wand enstandene Feuchtigkeit keinerlei Möglichkeit zu verdunsten. Ganze Fassadenteile mußten abgenommen und saniert werden.

 

 

Die Funktionsweise unseres Wandsystems als diffusionsoffener Wandaufbau ist wie folgt:

Der sogenannte µ-Wert unserer Wand beträgt ca. 4,5 m, der in der Außenwand vorhandene Wert liegt bei ca. 0,25 m. Das heißt, dass im Innenbereich die 20-fache Menge an Tauwasser anfallen müsste, um einen solchen Bauschaden hervorzurufen. Sollte dennoch bei dieser Bauweise durch schlampige Ausführung genau so viel Wasserdampf wie in der vor beschriebenen Wand anfallen, so würde diese Menge schneller verdunsten als die Undichtigkeiten im Innenbereich sie durchlassen würden. Die von uns vorwiegend verwendeten Dämmstoffe nehmen bis zur Sättigung bis zu 20% Tauwasser auf, da sie in die pflanzlichen, kappilarleitenden Dämmstoffe einzuordnen sind. Ein weiterer Gesichtspunkt ist der sommerliche Wärmeschutz. An besonders heißen Sommertagen ist der U-Wert der Dämmung nicht der Maßstab, um einen guten sommerlichen Wärmeschutz zu bekommen. Ein diffusionsoffenerWandaufbau, bzw. eine mit kapilarleitendem Dämmstoff isolierte Wand oder Dachschräge hat nachweislich bessere Werte als dichte Konstruktionen. Ausschlaggebend ist hierbei die Phasenverschiebung der Wände und der Feuchtehaushalt. Die Phasenverschiebung sollte über 8 Stunden betragen. Dies bedeutet, das die Mittagssonne im Sommer um 14.00 Uhr am stärksten auf das Bauteil trifft. Phasenverschiebung bedeutet hierbei, dass die auf dem Bauteil vorhandenen Temperaturen sich erst um ca. 22.00 Uhr im Innenraum bemerkbar machen. Da die Luft sich um diese Zeit bereits wieder abkühlt, wird einfach das Fenster geöffnet und morgens wieder verschlossen. Wenn um 6.00 Uhr die Sonne aufgeht, kühlen die Oberflächen auf der Innenseite des Hauses wieder ab.

Die Phasenverschiebung unserer Holzhäuser hat durchwegs über 8 Stunden Zeitverschiebung, wo es schlecht gedämmte Konstruktionen im Vergleich nur auf ca. 2-4 Std. bringen.

Ein diffusionsoffener Wandaufbau sollte heute, egal ob bei Neubau oder Sanierung, immer angestrebt werden.